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Steffi & Sebastian | bayerische Hochzeit in Bad Aibling

Mit Steffi und Sebastian hab ich eine ganz typisch bayerische Hochzeit – mit vielen alten Bräuchen – miterlebt. Exemplarisch für viele dieser Hochzeiten werde ich heute ein wenig darüber berichten was es denn so auf sich hat mit den bayerischen Hochzeiten….. 🙂

Wie beginnt der Hochzeitstag in Bayern? Das Brautpaar wird (meist getrennt voneinander) um ca. 5.00 Uhr (!!) wachgeschossen von den Böllerschützen. Danach gibt es ein zünftiges Weißwurstfrühstück mit Brezen und Weißbier für alle Freunde die daran beteiligt waren. Hiervon gibt es jetzt keine Fotos weil ich hier noch nicht dabei war…….. 😉

Zuerst wird natürlich die Braut gestylt und angezogen…….

 

… und vom Bräutigam zusammen mit dem Brautstrauß abgeholt. Einen tollen alten BMW haben die zwei als Brautauto gehabt.

Wir fuhren dann anschließend gleich los um die die Hochzeitsporträts zu machen (ca. 8.00 Uhr morgens!!)
An dieser Stelle herzlichen Dank an das Café Dinzler am Irschenberg!

Ein paar Bilder sind auch am See entstanden. Doch leider war es weder warm noch sonnig und so hat Sebastian – ganz der Gentleman – seiner Herzensdame sein  Sakko geliehen.

 

Hier ein Bild vom Einzug in die Kirche von Mietraching. Die kleine Madame hat ganz kurzfristig die ehrenvolle Aufgabe übernommen die Hochzeitskerze zu tragen und  hat es mit Bravour gemeistert!

 

Das gibt es auf fast jeder bayerischen Hochzeit: Das obligatorische Gruppenbild auf einer Staffelei! Da ich Hochzeitsgruppenfotos auf diese Art nicht mache kamen hier die Kollegen vom Fotostudio Hornauer aus Bad Aibling zum Einsatz. Es ist meist eine sehr  lustige und längere  Angelegenheit bis alle Gäste auf dem doch ziemlich hohen Gestell „verstaut“ sind. Hier hat es leider geregnet, da ging seltsamerweise alles ganz schnell – warum wohl…… 😉

Hier kommt jetzt was ganz Alt-Bayerisches: das traditionelle „Suppen salzen„. Die Braut, Brautmutter, Bräutigammutter und weitere weibliche Verwandte gehen zusammen in die Küche um die Hochzeitssuppe zu kosten. Wenn sie nicht gut genug gewürzt ist, wird nachgesalzen und gleichzeitig ein Trinkgeld für die „Küche“ hinterlassen. Hier gab es vom Küchenchef dann noch ein Glaserl Sekt – vermutlich weil die Suppe von der ganzen Salzerei dann schon recht scharf war…… 😉

Nach dem Suppensalzen kommt der „Hungertanz“ mit dem Brautpaar zum Mittagessen aufruft.

Wer kennt es nicht? Das „Braut verziehen“ oder auch „Braut stehlen“ genannt? Wenn der Bräutigam nicht gut genug auf seine frisch Vermählte aufpasst wird sie ihm geklaut – samt Brautstrauß! Und beides muss „ausgelöst“ werden. Zuvor hat Sebastian seine Steffi aber noch suchen müssen. Er muss ihr „heimleuchten“ deshalb auch die Kerze. Das fesche Madl mit dem Dirnd list übrigens die „Kranzlfrau“. Das sogenannte „Kranzlpaar“ ist ein Pärchen, das auf einer Hochzeit u. a. zuständig ist , dass die Tanzfläche immer schön voll ist. Der Bräutigam wird auch von der Kranzlfrau zusammen mit dem Hochzeitslader hübsch hergerichtet. 🙂

So, die Braut wurde gefunden und vom Bräutigam mit vielen Flaschen Wein ausgelöst. Dieser Wein wird dann mit der gesammten Hochzeitsgesellschaft während ca. 2 Stunden bei der Weingaudi getrunken. Jetzt ist die Band gefragt – je besser die Band – desto lustiger das „Brautverziehen“.

Der Brautstrauß wurde allerdings auch noch gestohlen“ Hier auf den Bildern sieht man die harte Verhandlung samt Übergabe. Ich glaube, es wurden noch sämtliche alkoholfreien Getränke „erfeilscht“. Hierzu muss man wissen, dass eine typisch altbayerische Hochzeit nicht unbedingt „frei“ also komplett kostenlos ist. D. h. es muss das sogenannte „Mahlgeld“ für das Hochzeitsessen abgegeben werden. Dieses sammelt der Hochzeitslader ein. Viele verstehen nicht wie es das gibt, dass das Essen auf der Hochzeit selber bezahlt werden muss? Ganz einfach: So eine Hochzeit hat bis zu 300 Gäste. Das war früher wie auch heute den Paaren nicht möglich diese Summe komplett zu übernehmen vor allen Dingen da die Verpflegung am Hochzeitstag aus Mittagesssen, Kaffee & Kuchen und Abendessen für ALLE GÄSTE besteht.

Gefeiert wurde übrigens im Gasthof Kriechbaumer in Mietraching.

Jetzt sind wir schon richtig am Feiern, dem sog. „Wein“ innerhalb des Brautstehlens. Hier seht ihr Stefan Kröll, den Hochzeitslader, der hier eine Mordsgaudi gemacht hat.
Was ist eigentlich die Aufgabe des Hochzeitsladers?
Früher wo es noch kein Telefon gab, ging der Hochzeitslader von Dorf zu Dorf um die Leute zu informieren, dass ein Paar heiratet und auch die Einladung zur Hochzeit auszusprechen. Heute ist das natürlich nicht mehr so. Aber es gibt noch immer genug Aufgaben: Der Hochzeitslader verteilt die Kuverte für das Mahlgeld und sammelt es auch ein. Er organisiert das Brautverzieh’n und kümmert sich auch ansonsten, dass der Tagesablauf eingehalten wird. Oft wird ein Tischgebet gesprochen. Eine besondere Eigenschaft die so manch alter Hochzeitslader noch super beherrscht ist das „Abdanken“ in Form von Gedichten. Das Brautpaar gibt dem Hochzeitslader eine Liste mit Personen bei denen sie sich bedanken möchten. Der Hochzeitslader ruft diese einzeln auf und singt ein kleines selbstgemachtes Gedicht ein sog. „Gstanzl“ über diese Person. Das ist meist sehr lustig, weil es dann auch immer eine kleine Schwäche oder Sünde von dieser Person zu erfahren gibt – sehr zur Freude der ganzen Hochzeitsgesellschaft!
Später kommt meist noch das „Ehren“ hier können die Gäste einzeln dem Brautpaar gratulieren und  das Geschenk überreichen.

Ganz wichtig übrigens auch – dass der Hochzeitsband immer mal wieder eine Runde Schnaps spendiert gibt. 😉
Hier heizten uns die „Oache Brothers“  kräftig ein.
Auch ganz typisch in Bayern: Gefeiert wird nicht mit einem DJ sondern eben mit einer bayerischen Hochzeitsband meist 5 Mann stark und sehr trinkfest. 🙂

Am Nachmittag geben die „guten Freunde“ oder auch Arbeitskollegen von Braut oder Bräutigam auch gerne mal einen netten Sketch zum besten.

Als Überraschung für das Brautpaar  war extra ein „Gästebuchfotograf“ engagiert.

Hier gibt es ein paar Impressionen vom Nachmittag. Und was trinkt hier unsereiner? Genau! Maxlrainer!  🙂 Das ist eine Privatbrauerrei hier in der Nähe. Die haben übrigens einen ganz tollen Biergarten, da verschlägt es im Sommer viele Münchner hin.

Am Abend wird getanzt bis die Füße qualmen. Partyimpressionen:

Jetzt sind wir schon beim Abschlusstanz. Der findet exakt um Mitternacht statt. Danach ist die Hochzeit aus. Was aber nicht schlimm ist, weil wenn’s am Schönsten ist, soll man eh aufhören!

 

Liebe Steffi, lieber Sebastian, ihr seid so ein lustiges Paar – ich hoffe das bleibt so. Für Eurer ganzes Leben wünsche ich Euch viel Glück und Liebe!

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